Gott, unser Vater,

wir bereiten uns in diesen Tagen darauf vor,

die Menschwerdung deines Sohnes würdig zu feiern.

Lass unser Gebet zu dir dringen

und segne unser Bemühen,

damit unser Leben sich erneuert

und die ursprüngliche Reinheit wiedergewinnt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Was ist eine würdige Feier des Weihnachtsfestes, von der das heutige Tagesgebet spricht? Besteht die Würde darin, dass wir die Hl. Messen zu den Feiertagen besuchen, mit unserer Familie zusammensind, einige ruhige Tage verbringen?

Von Papst Leo d. Großen stammen folgende Worte: „Christ, erkenne deine Würde! Du bist der göttlichen Natur teilhaftig geworden, kehre nicht zu der alten Erbärmlichkeit zurück und lebe nicht unter deiner Würde. Denk an das Haupt und den Leib, dem du als Glied angehörst! Bedenke, dass du der Macht der Finsternis entrissen und in das Licht und das Reich Gottes aufgenommen bist” (serm. 21,2-3).

Eine würdige Feier von Weihnachten könnte darin bestehen, dass wir uns an der Krippe bewusst machen, dass wir durch das Kleine Kind, das wir anbeten, der göttlichen Natur teilhaftig geworden sind. In dieser Erinnerung besteht das „Bemühen, damit unser Leben sich erneuert und die ursprüngliche Reinheit wiedergewinnt“. An Weihnachten wird nicht nur Gott Mensch, sondern wir Menschen erhalten auch Anteil am göttlichen Leben. Darum leuchtet für uns und über uns das Licht des Reiches Gottes. Ein Gedanke daran und an all die Konsequenzen können das Weihnachtsfest wirklich zu einem würdigen Fest werden lassen.