Allmächtiger Gott,

gib, dass wir die Ankunft deines Sohnes

mit großer Wachsamkeit erwarten

und unserem Erlöser und Heiland Jesus Christus

mit brennenden Lampen entgegengehen.

Darum bitten wir durch ihn,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Das Tagesgebet nimmt heute das Gleichnis der zehn Jungfrauen auf (vgl. Mt 25,1-13).Fünf der Jungfrauen haben genug Öl, um den nahenden Bräutigam entgegenzugehen; die anderen fünf müssen erst noch einen Vorrat Öl kaufen gehen, weshalb sie den Bräutigam versäumen und nicht mit ihm in den Hochzeitssaal eingelassen werden.

Advent ist Zeit der Erwartung, aber auch eine Zeit der Bewegung. Es ist der Moment, in dem Gott sich in seinem Sohn, im Bräutigam, auf unsere Welt und unser Leben zubewegt. Wenn wir aber auch das Gleichnis bedenken, dann ist es keine Bewegung des Bräutigams allein, sondern auch wir sollen uns aufmachen und ihm entgegeneilen. Weihnachten ist nicht nur ein Geschehen seitens Gottes, sondern auch Anspruch an uns, dass wir uns aufmachen, dem Bräutigam den Weg bereiten und ihm entgegeneilen. Die Verheißung, die uns erwartet, ist der Einlass in den Hochzeitssaal. Wir dürfen uns in jeder Hl. Messe an diesen unseren Anspruch erinnern lassen, wenn es vor der Kommunion heißt: „Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind“.