Gott, unser Schöpfer und Erlöser,

dein ewiges Wort ist Fleisch geworden

aus Maria, der allzeit jungfräulichen Mutter.

Dein Sohn,

der unsere menschliche Natur angenommen hat,

schenke uns Anteil an seinem göttlichen Leben.

Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen

Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Erlöser, er ist ein und derselbe. Immer wieder gab es die Meinungen, der Schöpfer sei ein anderer als der Erlöser. Oftmals wurde dann auch die Schöpfung abgewertet und für schlecht befunden, aus der der Mensch befreit werden muss. Dagegen hat sich die Kirche immer gewehrt und die Einheit von Schöpfung und Erlösung unterstrichen.

Im Schöpfungsbericht heißt es, dass Gott alles ansah und sagte, es sei sehr gut (vgl. Gen 1,1-26). Unsere Welt als Schöpfung Gottes ist gut und lebenswert. In der Schönheit der Natur und in der Freude des Lebens dürfen wir dies immer wieder erfahren. Dennoch gibt es auch das Un-Schöne und das Unheil in der Schöpfung, das uns immer wieder vor die Frage stellt: „Warum?“. Als Menschen können wir immer nur Antwortversuche unternehmen, die im Letzten nur in einem Schweigen enden können, da sie nie voll und ganz erklären, warum dies so ist. Die letzte Antwort muss die Erlösung sein.

Der zweite Teil des Tagesgebetes nimmt das Bild des „wunderbaren Tausches“ auf, das auch an Weihnachten wieder anklingen wird: Gott wird Mensch, damit wir Menschen Anteil am göttlichen Leben erhalten. Das ist der Anfang der Erlösung und der Anfang der Antwort Gottes auf unsere menschliche Frage „Warum?“. Jesus Christus wird nicht nur Mensch, sondern als Gottessohn steigt er hinab in das tiefste Leid und Unrecht, das uns Menschen auferlegt ist, den Tod. Gerade an diesem Ort setzt Erlösung an. Der Tod und das Unrecht sind in Jesus Christus innerlich verwandelt und überführt in die Erlösung durch Gottes Handeln.

Gott hat die Welt erschaffen und er wird sie erlösen. Das Weihnachtsfest lässt uns die Einheit von Schöpfung und Erlösung erfahren und möchte uns damit Hoffnung schenken für den Augenblick zwischen Schöpfung und Erlösung.