Barmherziger Gott,

du hast die Not des Menschen gesehen,

der dem Tod verfallen war,

und hast ihn erlöst

durch die Ankunft deines Sohnes.

Gib uns die Gnade,

das Geheimnis der Menschwerdung

in Ehrfurcht zu bekennen

und in der Gemeinschaft mit unserem Erlöser

das Heil zu finden.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus. Amen.

Die äußerste Not des Menschen ist der Tod. Er ist unausweichlich und betrifft jeden Menschen. Die Angst vieler Menschen vor dem Tod besteht vielleicht darin, dass er die Ungewissheit mit sich führt, was in diesem Moment geschieht. Ist alles aus? Geht es weiter? Gibt es ein zurück? Hinter diesen Fragen steht einfach die Angst des Alleinseins im Tod.

Gegen die Not des Menschen im Tod stellt das Tagesgebet das Heil in der „Gemeinschaft mit unserem Erlöser“. Heil und Erlösung ist somit dort gegeben, wo Gemeinschaft und Beziehung ist. Wir dürfen schon jetzt in Beziehung und in Gemeinschaft mit unserem Erlöser sein. Im Glauben, der auch eine Herzensangelegenheit ist, erfahren wir die Zusage Gottes an uns: „Du bist nicht allein, ich bin mit dir“. Dieses Wissen um die Gemeinschaft soll uns im Leben Mut schenken und uns auch die Angst vor dem Tod nehmen. Die Gemeinschaft ist immer stärker als das Nichts, an ihr dürfen wir festhalten.

So wie wir die Gemeinschaft mit dem Erlöser brauchen, bedarf es auch der Gemeinschaft und der Beziehung mit den Menschen. Schenken wir an diesem Weihnachtsfest bewusst den Menschen, mit denen wir zusammen sind, Gemeinschaft und Beziehung, damit ihnen damit Freude und Zuversicht geschenkt wird.