Allmächtiger Gott,

gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.

Durch die Botschaft des Engels

haben wir die Menschwerdung Christi,

deines Sohnes, erkannt.

Führe uns durch sein Leiden und Kreuz

zur Herrlichkeit der Auferstehung.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus. Amen.

Der vierte Adventssonntag nimmt als Tagesgebet das Gebet, dass wir täglich beim „Engel des Herrn“ sprechen. Dadurch steht Maria wieder an unserer Seite und begleitet unseren Weg zum Stall von Bethlehem. Die Verehrung Mariens als Gottesmutter ist – wie oftmals in polemischer Weise zu hören – kein Götzendienst, der von der eigentlichen und wahren Verehrung und Anbetung Gottes ablenkt; vielmehr hilft uns Maria Gott zu suchen und zu finden. Ihr ganzes Leben war offen für das Wort Gottes und ihr ganzes Leben war ausgerichtet auf Gott. Darin kann sie uns ein Vorbild und eine Hilfe sein, dass auch unser Leben zu einer Gottessuche wird.

Immer wenn der Mensch etwas sucht, ver-sucht etwas zu erkennen und zu verstehen. Das Tagesgebet spricht davon, dass wir „durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi, Gottes Sohn, erkannt haben“. Es braucht immer wieder die Boten Gottes – seien es himmlische oder menschliche – Engel, die uns bei der Suche helfen, damit wir erkennen können. Der Engel Gabriel grüßt Maria und spricht ihr die Gegenwart Gottes zu. Menschwerdung Christi bedeutet nichts anderes als die Gegenwart Gottes in unserer Zeit. In dieser Gegenwart des Allerhöchsten können wir dann auch mehr und mehr suchen, was unser eigener und persönlicher Lebensweg ist, und welche Bedeutung das Kreuz und die Auferstehung Jesu Christi für uns haben.

Das Erkennen geht über das Suchen – aber es gibt immer jemand der uns dabei hilft: Engel, Maria, Mitmenschen oder der menschgewordene Gott.