Herr Jesus Christus,

komm bald und säume nicht.

Richte uns auf durch deine tröstliche Ankunft,

denn wir hoffen auf deine Güte.

Der du in der Einheit des Heiligen Geistes

mit Gott dem Vater

lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen.

Den 24.12. kennen wir nur als Heilig Abend. Für die Liturgie der Kirche ist dieser Tag aber noch ein Tag des Advents. Es ist auch der Namenstag von Adam und Eva. Die beiden Gestalten der Schöpfungserzählung, die für die ganze Menschheit stehen, sind mit ihrem Namenstag noch in der Zeit der Erwartung. Uns ganzes Leben ist eine Erwartung auf das Kommende, sei es im Kleinen, was der nächste Tag bringen wird, sei es im Großen, was aus unserem Leben wird, oder sei es im Letzten, was uns der Glaube über den Tod verheißt. Jede Erwartung kennt aber auch das Moment der Sehnsucht und des Flehens. Das heutige Tagesgebet ist ein Gebet tiefster Sehnsucht, wenn es ruft: „Herr Jesus Christus, komm bald und säume nicht“. Die Kirche möchte uns damit unsere Sehnsucht zusammenfassen und ins Wort fassen: In der Erwartung des kommenden Gottes ersehnen wir unser Heil.

Adam und Eva als Bild für alle Menschen sind auch ein Bild dafür, dass jeder Mensch dieses Heil von Weihnachten ersehnt und erwartet. Von Anfang an verstand sich das Christentum zu allen Menschen gesandt, um ihnen die frohe Botschaft zu verkünden. Die Sendung zu allen Völkern nach der Auferstehung verbindet sich somit mit der Erwartung von Adam und Eva und unserer Erwartung. Der Gott, der in Jesus von Nazareth Mensch wird, ist wirklich das Heil, das von Beginn bis zum Ende alle Menschen in die Erlösung einschließen möchte. Das ist Grund der Freude durch seine „tröstliche Ankunft“.