Biete auf deine Macht, Herr, unser Gott,

und komm.

Eile uns zu Hilfe mit göttlicher Kraft,

damit durch dein gnädiges Erbarmen

bald das Heil kommt,

das unsere Sünden noch aufhalten.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Das Tagesgebet hat heute einen flehenden Charakter: „biete deine Macht auf; komm; eile uns zu Hilfe mit göttlicher Kraft“. Es ist ein drängendes Flehen, fast als Gott die letzte Hoffnung ist. Jeder Mensch kennt die Situationen in seinem Leben, wo alles auswegslos erscheint und man nur noch ruft: „Bitte Gott, komm zu Hilfe“. Es ist aber nicht nur die Bitte um Gottes Hilfe, sondern auch Ausdruck des Vertrauens in Gott. Gerade diese kleinen Gebete kommen aus unseren Herzen und wir sprechen das aus, was uns im Innersten bewegt.

Aber es wir noch eine zweite Wahrheit im Tagesgebet ausgesprochen. Es sind unsere Sünden, die das Kommen des Heils noch aufhalten. Sünde ist eine Tat unserer menschlichen Freiheit. In unserer Freiheit können wir zu Gott ja oder nein sagen, das Gott akzeptiert. Gott wird Mensch in unserer Geschichte, aber er drängt sich niemanden auf. Weihnachten ist das Angebot der Liebe, also Gnade, die sich schenkt. Es braucht aber auch unserer Bereitschaft, dieses Angebot der Gnade anzunehmen. Advent ist eine gute Zeit, dass wir uns wieder neu fragen und aufmachen, wie wir dem Geschenk Gottes in und mit unserer Freiheit begegnen wollen.