Komm, du Heiland aller Welt; Sohn der Jungfrau, mach dich kund. Darob staune, was da lebt: Also will Gott werden Mensch.

Nicht nach eines Menschen Sinn, sondern durch des Geistes Hauch kommt das Wort in unser Fleisch und erblüht aus Mutterschoß

Wie die Sonne sich erhebt und den Weg als Held durcheilt, so erschien er in der Welt, wesenhaft ganz Gott und Mensch.

Glanz strahlt von der Krippe auf, neues Licht entströmt der Nacht. Nun obsiegt kein Dunkel mehr, und der Glaube trägt das Licht.

Gott dem Vater Ehr und Preis und dem Sohne Jesus Christ; Lob sei Gott dem Heilgen Geist jetzt und ewig. Amen.

 

Ambrosius von Mailand (Veni redemptor gentium), Übersetzung: Markus Jenny 1971; Gotteslob Nr. 227

 

Die Kirche feiert heute den Heiligen Ambrosius, von dem uns viele Hymnen und Predigten überliefert sind. Der Heilige aus Mailand wird auch mit dem schönen Namen „Goldmund“ benannt, da seine Predigten so süß wie Honig gewesen sein sollen. Selbst der große Augustinus wurde von den Predigten des Ambrosius hingerissen und fand damit den Weg zum Christentum.

Ambrosius vergleicht den kommenden Heiland mit dem Licht: „Wie die Sonne sich erhebt und den Weg als Held durcheilt, so erschien er in der Welt, wesenhaft ganz Gott und Mensch“. Jesus sagt von sich selbst, er ist das Licht der Welt (vgl. Joh 8,12), das alles Dunkel hell macht.

Wie schön ist es, bei den Roratenmessen in der dunklen Kirche nur im Schein von Kerzen die Morgenröte zu erwarten: „Glanz strahlt von der Krippe auf, neues Licht entströmt der Nacht. Nun obsiegt kein Dunkel mehr, und der Glaube trägt das Licht“

 

Biete auf deine Macht, Herr, unser Gott,

und komm.

Eile uns zu Hilfe mit göttlicher Kraft,

damit durch dein gnädiges Erbarmen

bald das Heil kommt,

das unsere Sünden noch aufhalten.

Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.