Manchmal ist Fridolin auf Reisen. Dann fliegt er mit Max mal hierhin und mal dorthin. Kurz nach Weihnachten überfiel beide eines Morgens wieder die Reiselust. Und ohne groß nachzudenken, packten sie jeweils einen kleinen Beutel und flogen davon. Einfach weg; und so landeten beide irgendwann in der Steiermark auf einem Dach von einem alten Bauernhof.
Was sie noch nicht wussten war, dass dort auf diesem Bauernhof eine alte Bäuerin wohnte, die sehr arm war. Sie hatte keine Tiere mehr bis auf ein kleines Schweinchen. Eigentlich mochte sie das Schweinchen sehr, doch weil sie so arm war, beschloss sie, es an einen Schlachter zu verkaufen. Und so saß das kleine Schweinchen furchtbar traurig und mit hängenden Ohren in der Ecke seines Stalles, bis es auf einmal zwei Stimmen vernahm: „Was ist wohl mit dem Schweinchen los?“, fragte die eine und die andere sagte: „Vielleicht schaut es so traurig, weil es allein ist?“. Da hob das Schweinchen den Kopf und blickte traurig in die Gesichter einer kleinen Maus und eines Distelfinks und die sahen so drollig mit ihren Reisesachen aus, dass es für einen kurzen Moment seine Traurigkeit vergaß. Doch dann ließ es seine Ohren wieder hängen und sagte: „Ich bin so traurig, weil ich bald zum Schlachter muss.“
Fridolin und Max wurden kreidebleich. Zum Schlachter!? Das war wirklich ein Grund zum Traurigsein! „Puh“, sagte Fridolin. „Wir müssen dem Schweinchen unbedingt helfen“, piepste Max, der auch schon genauso traurig war wie das Schweinchen. „Fridolin, du musst dir unbedingt wieder einen genialen Plan ausdenken!“ Und das tat Fridolin.
Ganz in der Früh am nächsten Morgen kamen die beiden voll beladen mit Farbe in den Schweinestall, wuschen es, sodass es wieder ganz rosa wurde und malten grüne Kleeblätter auf sein Fell. Um den Hals banden sie ihm eine grün/ rosa Schleife. Sie halfen dem Schweinchen aus seinem Stall und marschierten auf den Dorfplatz, wo sie sich in der Mitte platzierten, stellten einen Hut (den sie von der Bäuerin stibitzt hatten) auf und ein Schild, auf dem stand: „Das Glücksschwein vom Stadl wünscht ihnen viel Glück und Segen im neuen Jahr!“. Dann sangen sie. Immer mehr Menschen kamen und nach kurzer Zeit hatte sich eine ganze Traube um sie geschart, die mit großen Augen auf die drei Musikanten schaute. Denn so etwas hatte man noch nie gesehen! Der Hut füllte sich und nach 3 Stunden hatten sie so viel Geld eingenommen, dass sie es kaum tragen konnten. Zum Glück war das Schweinchen so groß und stark!
Sie kamen wieder zurück zum Bauernhof, wo die Bäuerin bereits entdeckt hatte, dass das Schweinchen fort war und weinte. Leise schlichen sich die drei an und dann grunzte das Schweinchen laut. Die Bäuerin drehte sich erschrocken um und vor lauter Freude über ihr Schweinchen umarmte sie es. Erst dann entdeckte sie, dass es ja voll mit Farbe war und sah es verwundert an. Das Schweinchen schüttete das ganze Geld vor ihr aus und ihr könnt euch vorstellen, wie groß die Augen der Bäuerin wurden. Jetzt waren sie nicht mehr arm und die Bäuerin und auch das Schweinchen waren überglücklich, denn nun musste das Schweinchen nicht mehr zum Schlachter und die Bäuerin versprach dem Schweinchen, nie mehr so dumm zu sein und es zum Schlachter schicken zu wollen. „Du bist wirklich ein Glücksschwein“, sagte sie freudig. Fridolin und Max grinsten. Sie blieben noch ein paar Tage bei dem Schweinchen und flogen dann wieder nach Hause.