
Brunnen + Wasser + Leben
Der Ida-Bohatta-Park im 3. Bezirk mag nicht jeder und jedem ein Begriff sein, so kennen doch die meisten die Pfarrkirche St. Othmar unter den Weißgerbern und den Platz mit dem Brunnen davor – eben den Ida-Bohatta-Park. Umgeben von kleinen Grünflächen, Bäumen und Bänken bietet er nicht nur Gelegenheit und Raum zum Ausruhen, Plaudern oder Innehalten.
Bereits in frühen Zeiten war ein Brunnen nicht nur der Ort, von dem das lebensnotwendige Wasser nach Hause gebracht oder Wäsche gewaschen wurde, sondern insbesondere auch ein Treffpunkt, wo Neuigkeiten ausgetauscht, und Kontakte gepflegt wurden. Es war ein Ort, der mithalf, die Gemeinschaft zu stärken und Menschen miteinander in Verbindung zu bringen. Auch heute ist ein Brunnen ein Ort, der die Menschen anzieht – sozusagen eine Quelle des Lebens.
Genau so ein Ort ist auch der Platz vor der Kirche:
Zu Fronleichnam führt die Prozession durch das Grätzel wieder zurück zum Kirchenportal mit dem 4. Altar, wo der Schlusssegen erteilt wird. Das Fest klingt aus am Platz um den Brunnen. Ebenso klingt auch Erntedank nach dem feierlichen Gottesdienst bei einem Grillfest aus. Kindergärten und Kindergruppen gestalten ihre Laternenumzüge zu St. Martin rund um die Kirche und dem Brunnen.
Und nicht zuletzt findet der beliebte Weißgerber Adventmarkt jedes Jahr in der Adventzeit vor der offenen Kirche am Platz rund um den Brunnen statt.
Zu jeder Zeit ist der Brunnen im Mittelpunkt: er bietet Trinkwasser zur Erfrischung der Spaziergänger und der Besucherinnen die vom oder zum Hundertwasserhaus gehen, oder Abkühlung und Spaß den vielen Kindern aus der Umgebung – der Brunnen ist ein freundlicher, ein fröhlicher Ort.
Und uns ist, wie so vieles, einfach selbstverständlich, dass der Brunnen immer sauber ist und einladend – zum Trinken, Abkühlen, Herumturnen und Betrachten einlädt, trotz der hohen Frequenz und nicht zuletzt wegen der vielen Tauben. Ein Brunnen muss gepflegt werden, und eine aufmerksame, junge Familie aus dem Grätzel hat sich dieser Aufgabe angenommen.
Begonnen hat das eher nebenbei. Dem Vater sind die Tauben aufgefallen, die den Brunnenrand und den Aufbau in der Mitte verdrecken und hat jedes Mal, wenn er den Platz besucht, sorgsam sauber gemacht. Daraus hat sich ein besonderer Dienst entwickelt.
Dieser Familie möchten wir auf diesem Weg ein herzliches DANKESCHÖN ausrichten, denn es ist nicht selbstverständlich, dass wir aus einem sauberen Brunnen unbesorgt Wasser trinken, uns waschen und spielen können. Dafür braucht es Achtsamkeit und Wertschätzung und den Blick für’s Detail. Vergelt’s Gott!